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Mein Weg in die Panoramafotografie – Teil 04 – die Aufnahmeparameter

Mein Weg in die Panoramafotografie – Teil 04 – die Aufnahmeparameter

Nachdem wir in den ersten 3 Beiträgen eher technische Voraussetzungen (Querversatz, Neigung und No Parallax Point) geklärt haben, soll es heute um ein paar Vorüberlegungen gehen, welche die Aufnahme vor Ort selber betreffen (Blende, Weißabgleich, Belichtung, Autofocus, Anzahl der Einzelfotos). Bevor Ihr rausgeht, sollten die technischen Vorbereitungen abgeschlossen sein.

Brennweite – Anzahl Einzelfotos für das Panorama ermitteln

Was muss ich bei der Aufnahme der Einzelfotos beachten? Als erstes will ich klären, wie viele Einzelaufnahmen ich für ein einreihiges 360 Grad Panorama brauche. Die generelle Empfehlung lautet: „Die Einzelfotos sollen sich ca. um 1/3 überlappen“. Der Bildwinkel pro Foto ist abhängig von der Brennweite und wird für jedes Objektiv vom Hersteller fürs Querformat angegeben. Mein folgendes Beispiel bezieht sich auf das Nikon 14-24mm f2.8 bei Zoomstellung 14mm!

  • Bildwinkel Querformat laut Hersteller bei 14mm Brennweite, 114 Grad
  • Bildwinkel Hochformat (berechnet Sensor FX = 24mm/36mm = 2/3) = 2/3 *114 Grad = 76 Grad
  • Einzelfoto mit 1/3 Überlappung = 76 Grad * 2/3 = 50,66 Grad
  • 360 Grad / 50,66 Grad = 7,1 Bilder = gerundet 8 Einzelfotos für ein 360 Grad Panorama
  • macht eine Aufnahme alle 45 Grad für das Nikon 14-24mm bei Brennweite 14mm im Hochformat

Die Aufnahmeserie würde ich immer so ausrichten, dass das Hauptmotiv in der Mitte liegt. Bei mir liegt das Brandenburger Tor deshalb in der 5.Aufnahme zentral. Wofür das wichtig ist, zeige ich in Teil 5 (Panorama zusammenbauen per Software).

Hier noch die Parameter für zwei weitere Objektive:

  • Nikon AF-S Nikkor 24mm 1:1,4G (Bildwinkel horizontal 84 Grad, macht effektiv inklusive Überlappung 37 Grad pro Foto, macht 10 Fotos pro Panorama, da mein Panoramaadapter nur eine 5Grad Einteilung hat, gehe ich auf alle 30 Grad macht 12 Fotos für ein 360 Grad Panorama.
  • Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G (Bildwinkel horizontal 48 Grad, macht effektiv inklusive Überlappung 21 Grad pro Foto, macht 18 Fotos pro Panorama

Nachfolgend seht Ihr meine Einzelaufnahmen für das Panorama des Brandenburger Tors. Das letzte Foto ist übrigens nur meine persönliche Schlussmarkierung. So kann ich ganz einfach mehrere Aufnahmeserien von einander trennen. 😉

360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos
360 Grad Panorama Einzelfotos

Den Weißabgleich einstellen für das Panoramafoto

Den Weißabgleich stelle ich immer erst einmal fest auf bewölkt ein. Ich fotografiere zwar nur im RAW-Format und kann alles im Nachhinein noch korrigieren, aber Ihr solltet auf jeden Fall die Automatik abschalten und einen Wert fest einstellen.

Die Blende und die Belichtung einstellen für das Panoramafoto

Die Blende ist abhängig vom Motiv und bei meinen Aussenaufnahmen plane ich einen Tiefenschärfebereich von 1-2m bis ins Unendliche. Für das Brandenburger Tor mit dem Nikon 14-24mm habe ich Blende 5.6 verwendet. Das hat für diese Blende ein hyperfocale Entfernung von 1,18 m (bei 14mm Brennweite).

Damit Helligkeitsschwankungen im Panorama vermieden werden, stelle ich die Belichtung fest ein. Es gibt zwar Software, die so etwas zum Teil ausgleicht aber darauf verlasse ich mich im Moment nicht. Ich kontrolliere im A-Modus kurz die ermittelten Belichtungszeiten für die hellsten und dunkelsten Teilfotos und stelle dann eine Zeit manuell für die ganze Serie ein (irgendwo dazwischen). Da geht bestimmt noch mehr (HDR Einzelfotos und HDR Panorama) aber damit beschäftige ich mich zur Zeit noch gar nicht.

Den Autofokus einstellen für das Panoramafoto

Den Autofokus nutze ich nur zum ersten Einstellen vor Beginn der Aufnahmeserie. Ich suche mir ein Motiv in ca. 2m Entfernung und stelle darauf scharf. Danach stelle ich den Autofokus ab! Das 14-24er hat dann einen Schärfebereich von 1,26m bis unendlich (für FX, bei Blende 5.6). Der gewünschte Schärfebereich ist natürlich motivabhängig. Eine Innenaufnahme (im PKW oder in anderen kleineren Räumlichkeiten) hat natürlich andere Anforderungen als ein Aussenpanorama.

Das Panoramafotografieren mit Fernauslöser

Zum Auslösen der einzelnen Aufnahmen verwende ich einen Fernauslöser. Gerade bei Aufnahmen auf Stativ will ich ja jede Unschärfe durch Verwacklung und so vermeiden. Zwar könnt Ihr dafür auch den Selbstauslösermodus nutzen, aber der Aufnahmezeitpunkt in einer belebten Umgebung kann damit nicht exakt gesteuert werden. Da läuft mal eine Person ins Bild oder ein Auto ist halb drauf… Damit auch Erschütterungen durch den Spiegelschlag vermieden werden, empfehle ich den Aufnahmemodus Spiegelvorauslösung.

Ach ja, zum Schluss noch eine Empfehlung für den besten Zeitpunkt. Sucht Euch für die ersten Versuche eine ruhige Zeit ohne viel Verkehr aus. Meine ersten Panoramas sind alle im Morgengrauen entstanden. Da schläft der „gemeine Berliner“ noch.

360 Grad Panorama Brandenburger Tor fertig

360 Grad Panorama Brandenburger Tor fertig

360 Grad Panorama Brandenburger Tor fertig

360 Grad Panorama Brandenburger Tor Ausgabe als Little Planet

360 Grad Panorama Brandenburger Tor Ausgabe als Little Planet

360 Grad Panorama Brandenburger Tor Ausgabe als Little Planet

Mit diesem Beitrag beende ich auch die Serie „Mein Weg in die Panoramafotografie“. Ich könnte wahrscheinlich noch ewig weiter drüber schreiben, denn mit jeden Foto kommen neue Punkte und neue Erkenntnisse hinzu. Ich hoffe, ich konnte Euch motivieren, selbst mal ein Panoramafoto zu fotografieren. Es gibt unendlich viele Einsatzmöglichkeiten für diese Technik. Ich wünsche Euch viel Spaß dabei.

Solltest Du noch mehr über die Panoramafotografie lernen wollen oder wenn Du gerne mir mir gemeinsam die ersten Schritte in der Panoramafotografie gehen willst, kommt doch zu meinen Fotokurs hier in Berlin. Ich würde mich freuen.

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