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Blende auf und es werde Licht – Vorteil der Lichtstärke

Blende auf und es werde Licht – Vorteil der Lichtstärke

Die Idee zu diesem Blogbeitrag lieferte dieses Mal Facebook. Es ging um eine Objektivempfehlung und in dem Zusammenhang kam die Frage auf: „Ist Blende 1.4 soviel besser als Blende 1.8?“ Ich will  an dieser Stelle aber gar nicht auf die Schärfe oder die Schärfentiefe eingehen.

Blende auf und es werde Licht – Vorteil der Lichtstärke

In dem Blogbeitrag soll es nur um die Lichtmenge gehen, die durch die Blende durch muss, wenn sie auf den Sensor will. Was hat eine offene Blende da für Vorteile? Wer sich die beiden Fotos unten ansieht, wird mir sicher darin zustimmen, dass links bei Blende f1.4 viel mehr Licht auf dem Sensor ankommt als rechts bei Blende f6.3. Das Loch ist einfach größer.

Nikon 85mm mit Blende 1.4, (Foto copyright - Frank Weber - Berlin - fotologbuch.de)
Nikon 85mm mit Blende 6.3, (Foto copyright - Frank Weber - Berlin - fotologbuch.de)

Vorteil Lichtstärke – Der Autofokus

Als Erstes profitiert der Autofokus von der Offenblende. Scharf gestellt wird immer mit Offenblende. Ein Objektiv mit maximaler Blendenöffnung von f1.4 ist schon mal besser als eins mit maximal möglicher Blendenöffnung von f3.5 oder sogar f5.6. Und das ist gerade bei Innenraumfotos und bei wenig Licht (abends Spaziergang im Urlaub) wichtig. Hier fangen die Objektive mit Blende f3.5 und größer sehr schnell an zu pumpen. Man hört den Autofokus nur noch hin und her fahren, aber er schafft es nicht mehr, scharf zu stellen. Fazit: 1:0 für Offenblende.

Vorteil Lichtstärke – ISO-Wert und Belichtungszeit

Der Belichtungswert der einzelnen Sensorzelle wird ja im Wesentlichen durch 3 Faktoren beeinflusst:

  • Lichtmenge durch Loch in der Blende (großes Loch viel Licht, kleines Loch wenig Licht)
  • Lichtmenge durch Belichtungszeit (kurze Zeit wenig Licht, lange Zeit viel Licht)
  • Lichtempfindlichkeit durch ISO-Wert (kleiner ISO-Wert Sensor relativ lichtunempfindlich, hoher ISO-Wert Sensor sehr lichtempfindlich)

Ich weiss, die Aussagen sind sehr pauschal, aber mir geht es nur um das Prinzip. Ich will es nicht zu kompliziert machen. Wenn ich also an dem Faktor Blendenöffnung spiele und ein gleich belichtetes Foto haben will, so muss ich auch die Parameter Zeit und/oder ISO-Wert verändern.

Ich bleibe bei den folgenden Bemerkungen immer bei der schlechteren Lichtsituation. Pralle Sonne und massig Licht ist hier nicht Thema.

Vorteil Lichtstärke – Beispiel 1

Situation 1: Ihr sitzt abends in einer schönen Bar und wollt ein Foto machen. Es muss nicht alles von vorn bis hinten scharf sein aber Ihr wollt die schöne Lichtstimmung in der Bar einfangen. Mit einem Objektiv und Blende 1.4 würdet Ihr dieses Foto vielleicht mit ISO 1600 machen können. Nun habt Ihr aber nur Blende f2.8 (2 Stufen mehr) zur Verfügung. Mit jeder Blendenstufe verliert Ihr aber die halbe Lichtmenge. 2 Blenden mehr bedeutet, Ihr habt nur noch 1/4 des Lichts auf dem Sensor und diesen Verlust müsst Ihr ausgleichen, indem Ihr den ISO-Wert erhöht. Aus ISO 1600 wird damit ISO 6400 (2 Stufen rauf). Holla die Waldfee, ich sehe das Rauschen auf den Fotos schon. Fazit: 2:0 für Offenblende

Vorteil Lichtstärke – Beispiel 2

Situation 2: Ihr seid auf dem Sportfest Eures Kindes und wollt den Zieleinlauf Eures Kindes festhalten. Das Kind rennt aber und Ihr benötigt eine relativ kurze Belichtungszeit, um die Bewegung einzufrieren. Ich behaupte mal, dass die Bewegungsunschärfe in der Situation nicht gewünscht ist. Wenn ich die Zeit sehr kurz halten muss, so muss ich im Gegenzug die Blende aufreissen (großes Loch, damit viel Licht durch geht in der kurzen Zeit). Das Objektiv mit Blende f1.4 macht das Foto angenommen mit einer Belichtungszeit von 1/250s. Unter gleichen Bedingungen wird daraus bei Blende f2.8 eine Belichtungszeit von 1/60s (wieder 2 Mal verdoppelt). Da muss Sohnemann oder Töchterchen schon ganz schön langsam laufen. Ansonsten gibt es nur einen unscharfen Schleier vom Kind. Fazit: 3:0 für Offenblende.

Vorteil Lichtstärke – Beispiel 3

Situation 3: Ihr seid auf dem Fussballplatz und wollt mit einem Teleobjektiv Euren Sprössling fotografieren. Ihr fotografiert mit einer Brennweite von 300mm an einer Cropkamera. Damit keine Verwacklungsunschärfen entstehen ist im Normalfall eine kürzere Belichtungszeit von 1/450s (300mm mal Cropfaktor 1.5 für Nikon z.B.) erforderlich. Einen eventuell vorhandenen Verwacklungsschutz ignorieren wir an der Stelle mal. Das Objektiv mit Blende f.2.8 sagt ok bei ISO 1600. Die meisten Standartobjektive haben bei vollem Zoom aber nur noch Blende f5.6 zur Verfügung. Schon sind wir wieder bei ISO 6400 (2 Stufen rauf). Weniger Licht kommt durch die Blende und der Sensor muss empfindlicher gemacht werden. Fazit: 4:0 für Offenblende.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Ganz unten findet Ihr mal ein paar Fotos von meinem Nikon AF-S 85mm 1:1.4G bei dem ich die Blende mal schrittweise geschlossen habe. Es ist schon krass, wie klein das Loch bei f.6.3 nur noch ist.

Ganz zum Schluss sei mir eine Bemerkung noch erlaubt. Bitte vergesst nicht, das wir hier nicht nur über Blenden reden. So etwas spiegelt sich leider auch im Preis wieder. Ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis haben diese beiden Linsen (alle Links sind Affiliate Links) hier. Ich empfehle Sie auch immer den Besuchern meiner Fotokurse hier in Berlin.

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