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Test Kitobjektiv gegen lichtstarke Festbrennweite – Teil 3

Test Kitobjektiv gegen lichtstarke Festbrennweite – Teil 3

Heute soll endlich Teil 3 in meinem kleinen Wettkampf Kitobjektiv gegen lichtstarke Festbrennweite folgen. Es geht weiter um die Frage, wann ist die Festbrennweite besser und warum? Schaut Euch einfach mal das folgende Foto an. Nein, es geht nicht um das Bokeh, sondern um das Scharfstellen. Es ist unscharf, da der Autofocus bei der Kitlinse nicht mehr funktionierte.

Kitlinse kontra Festbrennweite - Autofocus Performance , (Foto copyright - Frank Weber - Berlin - fotologbuch.de)

Autofocus und Lichtstärke beim Objektiv

Was hat denn bitte der Autofocus der Kamera davon, wenn ich in bestimmten Situationen besser die Festbrennweite nutze? Ganz einfach, der Autofocus braucht ganz viel Licht zum Finden der Kontrastkanten. Am Tage ist das kein Problem aber abends oder in etwas dunkleren Räumen kann das Licht unter Umständen knapp werden und dann ist es schön, wenn das Objektiv vorne ein möglichst großes Loch hat.

Zum Messen für Autofocus und Belichtung ist das Objektiv immer komplett offen. Die Blende wird erst zum eigentlichen Fotografieren kurz geschlossen. Wenn Ihr in das folgende Foto schaut, werdet Ihr keine Blendenlamellen entdecken. So groß ist das Loch bei Blende f1.8 an der Festbrennweite.

Kitlinse kontra Festbrennweite Autofocus Performance - hier Blende f1.8, (Foto copyright - Frank Weber - Berlin - fotologbuch.de)

Weniger Licht für den Autofocus

Die meisten Kitlinsen fangen aber erst bei Blende f3.5 an. Das sind 2 Blenden mehr. Ihr erinnert Euch an die Regel „eine Blende zu – halbe Lichtmenge“? Hier sind es schon 2 Blenden und damit hat dieses Objektiv in der kleinsten Zoom Einstellung nur noch ein Viertel des Lichts zum Messen zur Verfügung.

Hinweis: Das Foto dient nur als Vergleich der Öffnung bei Blende f3.5, damit Ihr besser erkennt, wieviel weniger Licht Euch beim Kitobjektiv praktisch zur Verfügung steht.

Kitlinse kontra Festbrennweite Autofocus Performance - hier Blende f3.5, (Foto copyright - Frank Weber - Berlin - fotologbuch.de)

Treiben wir das Spiel noch ein bisschen weiter und versuchen einfach etwas näher ran zu zoomen, weil wir ein Detail fotografieren wollen. Schwups spring das Objektiv auf Blende f5.6. Wow, das sind 3 und eine Drittel Blenden mehr. Die Festbrennweite kann unten diesen Bedingungen 10 Mal so viel Licht zum Messen nutzen. Schaut einfach mal in das kleine Loch bei Blende f5.6.

Hinweis: Das Foto dient nur als Vergleich der Öffnung bei Blende f5.6, damit Ihr besser erkennt, wieviel weniger Licht Euch beim Kitobjektiv praktisch zur Verfügung steht.

Kitlinse kontra Festbrennweite Autofocus Performance - hier Blende f5.6, (Foto copyright - Frank Weber - Berlin - fotologbuch.de)

Fazit Autofocus und Lichtstärke des Objektivs

Ich hoffe, jetzt wird klar, warum Euer Kitobjektiv unter bestimmten Situationen nicht mehr scharf stellen kann und der Autofocus Motor nur noch hin und her fährt. Ihm fehlt einfach das Licht zum Scharf stellen. Damit Ihr den Ablauf noch mal besser nachvollziehen könnt, habe ich ein kleines Video gedreht. Ich hoffe, Ihr erkennt sehr gut, wann die Blende offen ist und wie sie erst im Moment des eigentlichen Fotografierens kurz auf die Arbeitsblende geschlossen wird.

Das war es auch schon mit dem 3. Teil der Serie „Kitobjektiv gegen lichtstarke Festbrennweite“. Ich hoffe, es war hilfreich. Wer die anderen zwei Beiträge noch lesen möchte, kann das hier gerne nachholen:

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In diesem Beitrag wurden verwendet:

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2 Kommentare zu “Test Kitobjektiv gegen lichtstarke Festbrennweite – Teil 3

  1. Hallo Frank,

    Alles prinzipiell richtig. Eine Formulierung stört mich etwas: du schreibst, beim näher heran zoomen mit dem Kitobjektiv „springt“ die Blende auf einen höheren Wert. Das stimmt zwar, wenn man sich die Werte auf dem Schulterdisplay oder im Sucher anschaut, passiert aber nicht an der Blende im Objektiv! Also nicht wundern, wenn man sich dabei die Blende beim Kitobjektiv beim Zoomen von vorn anschaut. Das ist rein Bauart-bedingt. Bei längeren Brennweiten (also dem Zoomen = Erhöhung der Brennweite), braucht jedes Objektiv eben etwas größere Linsen, um bei dem sich verkleinernden Bildauschnitt noch genügend Licht einzufangen! Preiswerte Kitobjektive haben aber aus Kostengründen kleinere Linsen verbaut. Diese kleineren Linsen führen dann eben beim Zoomen zu dieser Erhöhung des Blendenwertes in der Cam, weil sie dann zusätzlich zu der im Objektiv eingebauten Lamellenblende, die sich beim Zoomen noch nicht weiter schliesst, eben wie eine zusätzliche, konstruktivbedingte Blende wirken.

    Deshalb sind Zoomobjektive mit einer durchgängig niedrigen Blende von z.B. f2.8 auch viel teurer – diese haben eben auch schon viel größere Linsen verbaut, die viel teurer in der Herstellung sind.

    Stark vereinfacht gesagt hast du Recht. Nur wenn jemand beim Zoom dann vorn reinschaut, kommt evtl. sonst das große Wundern – da schliesst sich nämlich noch keine Blende. Die Kamera erhöht nur den Blendenwert für die Belichtung, weil sie jetzt beim Zoomen bereits weniger Licht bekommt.

    Man kann also vereinfacht sagen: Kitobjektive mit einem Blendenbereich (z.B. 3,5-5,6) haben sozusagen zwei Blenden – einmal die übliche Lamellenblende, die sich erst beim Auslösen schliesst. Zum anderen die kleinen Linsen, die beim Zoomen dann wie eine zweite Blende wirken und damit schon beim Zoomvorgang den Blendenwert in der Kamera erhöhen…

    Ich hoffe, dass ist jetzt für einen Anfänger noch verständlich! ;-))

    • Hallo Gerd,

      schön mal wieder von Dir zu hören. Ich wollte es nicht zu kompliziert beschreiben aber Dein Kommentar trifft es natürlich. Ich schau mal ob ich am Wochenende noch mal die Kitlinse bekomme und beide im direkten Vergleich fotografieren kann. Mir ging es in dem Artikel schnöde gesagt nur um die Größe des Lichtlochs vorne im Objektiv als Vergleich. Deshalb auch die Fotos mit den geschlossenen Blenden. Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Liebe Grüße Frank


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